Karotten aus dem Heu

Karotten aus dem Heu – rustikal, aber sehr lecker

Dieses Rezept für Karotten aus dem Heu ist streng genommen eigentlich gar kein richtiges Rezept. Denn natürlich gibt es ein paar Arbeitsschritte einzuhalten – aber das jetzt schon “Rezept” zu nennen, würde ich mich normalerweise schämen. Allerdings schmecken die Karotten aus dem Heu mür meine Begriffe tatsächlich so neu, anders und interessant, dass ich trotzdem hier kurz schildern möchte, wie man Karotten aus dem Heu zubereiten kann.

Und schließlich und endlich ist die Methode auch wunderbar für andere Gemüse (und letztlich auch Fleisch) geeignet.

Übrigens findet man auch in der Edelgastronomie in letzter Zeit immer mehr Gerichte, die entweder im Heu zubereitet oder – wie hier – mit Hilfe von brennendem Heu aromatisiert werden. Auch das ist für mich ein Grund mehr, mich mit dem Thema “Heu in der Küche” mal ganz allgemein zu beschäftigen. Und schließlich und endlich steht ja auch irgendwann die Grillsaison wieder vor der Tür, und auch da kann das Arbeiten mit Heu eine neue, lohnende Variante sein.

Nun aber zum Grundrezept für Karotten aus dem Heu. Die Mengenangaben sind hier nur ungefähr. Aber erstens sind Karotten keine so wirklich teure Zutat. Und zweitens kann man etwa übrig gebliebene Karotten wunderbar weiterverwenden, zum Beispiel mit Essig und Öl angemacht als Salat oder Antipasto, als Pizzabelag oder auch einfach nochmal aufgewärmt

Die Zutaten für Karotten aus dem Heu

  • Pro Person 1 bis 2 Karotten (möglichst Bio oder alte Sorten)
  • Heu aus dem Tierfachhandel (gibts auch in Bio)
  • Olivenöl
  • grobes Meersalz

Die Zubereitung für Karotten aus dem Heu

Die Karotten waschen, aber nicht schälen. In den Dämpfeinsatz eines Schnellkochtopfs geben. Den geschlossenen Topf auf den Herd stellen, Druck aufbauen und die Karotten unter Druck 3 Minuten garen. Dann den Topf in den Ausguss stellen und mit lauwarmem Wasser übergießen, bis der Deckel aufgeht. Den Garzustand der Karotten prüfen. Sie sollen nicht mehr roh, aber auf keinen Fall schon richtig weich sein.

Nun reichlich Stroh in einen Holzkohlegrill geben. Das Folgende geht dann sehr schnell, deshalb bitte erst lesen, und dann nachmachen. Die restlichen Essenskomponenten sollten jetzt bereits fertig sein, denn die Karotten brauchen nur noch eine oder zwei Minuten. Im Originalrezept wird geraten, die Karotten direkt ins Heu zu legen. Das ergibt aber eine ziemliche Sauerei, darum lege ich die Karotten lieber auf den Grillrost, unter dem sich das Heu befindet. Und jetzt das Heu anzünden, Deckel auf den Grill und zwei, drei Minuten warten. Da wir es hier mit einem sprichwörtlichen “Strohfeuer” zu tun haben, brennen die Flammen sehr schnell herunter. Die Karotten sind jetzt rußig und etwas unansehnlich, aber durch das brennende Heu wunderbar aromatisiert. Wer möchte, kann jetzt mit der Rückseite eines Messers die Haut abkratzen. Mutige Esser lassen sie einfach dran. Die Karotten noch mit Olivenöl beträufeln und mit Salz bestreuen. Guten Appetit!

 

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