Jüdischer Kartoffelkuchen

Traditioneller jüdischer Kartoffelkuchen

Dieses Rezept habe ich neulich entdeckt, als ich recherchiert habe, was es in jüdischen Haushalten eigentlich zum Pessach-Fest zu Essen gibt. Pessach ist, so weit ich weiß, terminlich in der Nähe von Ostern gelegen, den weiteren kulturellen Hintergrund kenne ich nicht. Ich muß auch zugeben: Das ist nicht so mein großes Thema. Mir geht es um leckeres Essen – und darum, dass es praktisch in jeder Kultur tolle Gerichte gibt, die jeden Speisenplan bereichern.

Jüdischer Kartoffelkuchen

Und weil es in Europa eine große und lange jüdische Tradition gibt, arbeiten viele Gerichte mit Zutaten, die bei uns in Deutschland ganz einfach verfügbar sind. Man spart sich also langwierige Zutaten-Recherchen, wie man sie bei der asiatischen oder südamerikanischen Küche manchmal anstellen muß.

Das folgende Rezept ist natürlich koscher, es folgt den Ernährungsvorschriften des Judentums. Diese Vorschriften sehe ich persönlich sehr zwiespältig. Sie mögen vor zwei- dreitausend Jahren vielleicht aus irgendwelchen Gründen (Hygiene???) sinnvoll gewesen sein – heute sind sie es nur noch sehr bedingt. So ist beispielsweise die in der jüdischen Kultur übliche strenge Trennung zwischen Milch und Eiern aus heutiger Sicht vollkommen sinnlos – ebenso wie so viele andere Vorschriften in anderen Kulturen (kein Fleisch an Karfreitag! Fleisch nur Halal!). Aber auch das soll hier nicht mein Thema sein. Es ist allenfalls ein erklärungsansatz, warum sich aus dem französichen Gratin Dauphinoise dieses Gericht entwickelt hat – sofern nicht die ebenfalls französischen “Pommes Anna” das Vorbild waren, die genauso wie der Kartoffelkuchen mit SEHR viel Butter oder Fett arbeiten – allerdings ohne Zwiebeln.

Jüdischer Kartoffelkuchen

Aber sei dem, wie ihm sei: Dieser jüdische Kartoffelkuchen ist ein tolles Gericht für einen festlichen Anlaß oder wenn Gäste kommen. Er macht zwar ein bisschen Arbeit, aber er sieht toll aus und schmeckt super. Und außerdem kann man das Gericht einfach alleine im Ofen vor sich hingaren lassen und muß nicht ständig darauf aufpassen. Auch das ist ja bei einer größeren Einladung zum Abendessen ein nicht ganz unwesentlicher Punkt.

Zutaten

  • 1,2-1,4 kg größere Kartoffeln (ich nehme die Sorte "Agria")

  • 2 mittelgroße Zwiebeln

  • Hühnerfett (wird im Originalrezept verwendet), Butterschmalz oder Butter

  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Die Kartoffeln grob schälen (es soll noch etwas Schale dranblieben) und dann in 4 mm dicke Scheiben schneiden. Es ist wichtig, dass alle Scheiben gleich dick sind, daher mache ich das mit meiner Küchenmaschine. Die Zwiebeln schälen und in halbe Ringe schneiden, ebenfalls ca. 4 mm dick. Den Backofen auf 220° vorheizen. Fett schmelzen.
  • Eine Springform (30 cm Durchmesse) leicht einfetten und dann ein Blatt Backpapier hineinlegen, so dass die Ecken des Papiers über den Rand der Springform hinausgehen. Wir benutzen dieses Papier später dazu, den Kuchen in einem Stück aus der Form zu kriegen. Das Backpapier ebenfalls gut einfetten.
  • Jetzt die erste Schicht Kartoffelscheiben leicht überlappend in die Form schichten. Salzen, pfeffern und mit etwas Fett beträufeln. Ein paar Zwiebelringe darauf verteilen (der Kuchen hat am Ende vier oder fünf Kartoffelschichten, also kommt dazwischen jeweils ca. das Äquivalent einer halben Zwiebel).
  • Die nächste Schichte Kartoffeln darüber legen, ebenfalls salzen, pfeffern, mit Öl beträufeln und mit Zwiebeln belegen. Und immer so weiter, bis alle Zutaten verbraucht sind. Die letzte Schicht ist eine Kartoffelschicht, die nochmal großzügig mit Fett beträufelt wird. Jetzt die Springform mit Alufolie bedecken und für ca. 1 Stunde in den heißen Ofen schieben (untere Schiene).
  • Die Alufolie entfernen, den Kuchen auf die mittlere Schiene stellen und nochmal ca. 1/2 Stunde weitergaren, bis die obere Kartoffelschicht schön gebräunt ist. Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und auf eine Tortenplatte stürzen.

http://www.ffnungszeiten-deutschland.com/

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