Die besten Tipps fürs Resteessen oder Leftovers

Kalbsfond Resteessen

Resteessen ist in meiner Küche häufig ein wichtiges Thema, und das fast jeden Tag. Ich bereite von vielen Gerichten gerne ein bißchen mehr zu, weil man vor allem den Hunger von Kindern nie genau vorausberechnen kann. Natürlich ist klar, dass dabei dann häufig Reste übrigblieben. Noch größer ist das Problem nach langen Wochenenden oder hohen Feiertagen. Fast immer liegt dann noch irgendetwas im Kühlschrank, das zu einem Resteessen verarbeitet werden möchte – denn ich will natürlich kein Essen wegschmeißen.

Hier sind also meine besten Tipps fürs Resteessen:

Reste von Braten, gekochtes oder gebratenes Fleisch, Geflügel, Fisch:

Der einfachste Trick, der auch in der Gastronomie oft verwendet wird, ist, aus den Resten einen Salat zu machen. Am einfachsten geht das auf Mayonnaise-Basis. Einfach das übriggebliebene Fleisch klein schneiden (evtl. auch mit der Küchenmaschine häckseln) und mit Mayo vermischen. Ganz einfach aufpeppen läßt sich das Ganze mit Zwiebel und/oder Knoblauch, frischen Kräutern oder einer kleinen Dose Mais oder Erbsen und Karotten. Die Mayo nimmt man entweder aus dem Glas oder macht sie selber (1 Eigelb mit 1 TL Senf, 1 TL Essig und 1/2 TL Salz in die Küchenmaschine geben, einschalten und gaaaaaanz laaaaangsam 150 ml Pflanzenöl oder Olivenöl hineinträufeln). Eine weitere, aber aufwändigere Resteverwertung besteht darin, das übriggebliebene Fleisch kleinzuschneiden und Ravioli damit zu füllen.

Reste von rohem Fleisch, Wurst, Abschnitte etc.

Solche Sachen kann man entweder einfrieren oder, wenn (wie oft nach Feiertagen) der Gefrierschrank voll ist, kann man eine Bolognese-Sauce draus machen. Dazu eine Zwiebel und eine Karotte kleinschneiden, zwei Knoblauchzehen grob kleinschneiden. Die Fleischreste durch den Fleischwolf drehen; so ca. 250 Gramm braucht man mindestens, mehr ist natürlich kein Problem. Das Gemüse in heißem Olivenöl gut anschwitzen, dann das durchgedrehte Fleisch anbraten. (Optional) ein Glas Rotwein angießen und komplett verkochen lassen. Falls vorhanden mit Thymian, Rosmarin, Oregano, Lorbeer und Nelken vorsichtig abschmecken, mit Wasser aufgießen und mindestens eine, besser zwei Stunden lang leise schmurgeln lassen.

Reste von rohem oder gegartem Gemüse, z. B. Karotten, Brokkoli, Kohl

Auch solche Sachen kann man wunderbar in ein Resteessen verwandeln. Ich verwende häufig die „Antipasti-Methode“, d.h. ich mache das (meist gegarte) Gemüse mit Essig, z. B. Balsamico, Olivenöl und etwas Knoblauch an und serviere es dann als kleine Vorspeise. Wurzelgemüse kann man gut im Ofen braten. Dazu alles einfach nur in grobe Stücke schneiden, salzen und pfeffern und ca. 30-45 Minuten bei 200 Grad in den Ofen schieben. Am Ende mit etwas Olivenöl begießen. Rohes Gemüse kann man außerdem (mit Ausnahme von roter Beete, wegen der Farbe…) wunderbar zu Gemüsebrühe verarbeiten. Das geht sogar dann noch, wenn die Optik bereits deutlich zu wünschen übrig läßt. Wichtig ist nur, dass Zwiebel und Karotte mit dabei sind (und möglichst ein Lorbeerblatt und ein paar Gewürznelken). Alles andere ist relativ egal. Einfach das Gemüse etwas kleinschneiden, in einen ausreichend großen Topf geben und gut mit Wasser bedecken. Die ganze Angelegenheit eine halbe bis dreiviertel Stunde lang auskochen (wenn man die Brühe zu lange kocht, wird sie leicht seifig), abgießen und entweder einwecken oder einfrieren. Wenn man noch rohe Fleisch- oder Geflügelreste hat, kann man natürlich auch eine Fleischbrühe machen. Die muß man allerdings nach dem ersten aufkochen mehrmals abschäumen, weil sie sonst trüb wird.

Fleischabschnitte, Knochen

Hier scheue ich mich etwas, den Begriff „Resteessen“ zu verwenden, denn Knochen und Fleischabschnitte sind eigentlich ein Goldschatz. Man kann nämlich einen Fond daraus machen und damit die Basis für wunderbare Saucen aller Art. 500g Knochen braucht man mindestens, nach oben hin gibt es keine Grenze. Die Knochen gibt man bei 200° ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde in den Ofen. Die letzte Viertelstunde kommt noch Wurzelgemüse (mindestens Karotte und Zwiebel, idealerweise noch Sellerie und Lauch) und optional etwas Mehl (einfach drüberstäuben) und Tomatenmark (1 EL) dazu. Wenn alles schön braun ist, die Sachen aus dem Ofen nehmen. Den Bodensatz auf dem Blech mit etwas Rotwein begießen und alles losschaben. Dann alles in einen Topf geben, mit Wasser auffüllen und vorsichtig erwärmen, aber nicht kochen. Ein Fond darf NIEMALS kochen, denn dann wird er trüb. Für die Genauigkeits-Fanatiker: 60 bis 80° Wassertemperatur reichen völlig. Bei dieser Wärme das Ganze mindestens 4 Stunden simmern (8 Stunden wären auch ok). Dann abseihen. Nun wird die Flüssigkeit mindestens um die Hälfte eingekocht. Wenn ich einen Fond aus frischen Zutaten mache (dann mit 3-4 Kilo Knochen), koche ich ihn oft sogar auf nur 1/10 ein, damit er schön sämig wird. Das muß man aber alles nicht so genau nehmen, denn in jedem Falle hat man jetzt einen wunderbaren „Geschmacksverstärker“ Für Braten und Saucen. Wenn man übrigens Fischgräten übrig hat, kann man einen Fischfond daraus kochen. Es sollten nur bitte keine Gräten von Fettfischen (z. B. Lachs, Makrele) dabei sein. Die Gräten zusammen mit Suppengemüse (s.o.) in einen Topf geben und eine halbe bis maximal dreiviertel Stunde lang auskochen. Alle Fonds und Brühen werden übrigens NICHT GESALZEN, weil man sie ja später evtl. noch einkochen möchte.

Klöße oder Kartoffelpüree

Kann man beides wunderbar in einer Pfanne in Butter braten. Dazu gibts dann entweder etwas übriggebliebene Bratensauce, oder im einfachsten Fall ein paar Spiegeleier und vielleicht ein paar Erbsen aus dem Tiefkühlschrank.

Weitere Ideen für Resteessen:

  • Eintopf
  • Rührei
  • Omelett-Füllung
  • Pizzabelag
  • Nudelsauce
  • Brotbelag (z. B. kalter Braten)
http://www.ffnungszeiten-deutschland.com/

1 Kommentar

  1. Ein toller und nützlicher Beitrag! Schön praxisnah und du hast dir auch sichtlich viele Gedanken um dieses wichtige Thema gemacht ! Ich finde es gibt nichts schlimmeres als essen wegzuwerfen , und deshalb ist ich dir gerade für diesen Beitrag ganz besonders dankbar. Kochen sollte eben nicht nur aus Gourmet Heiteitei bestehen sondern nie den Bezug zur Realität verlieren . Und genau das zeigst du hier sehr gut. Tolle Tipps !

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