Gasthof roter Ochse Kalchreuth

Roter Ochse Kalchreuth

Der Gasthof roter Ochse Kalchreuth ist schon seit lange etabliert. Immer wieder höre ich im Freundes- und Bekanntenkreis davon, und meistens sind die Kommentare positiv bis sehr positiv. Das war Grund genug, an einem der ersten schönen Frühlingstage den Gasthof roter Ochse Kalchreuth gemeinsam mit der Familie auszuprobieren.

Roter Ochse KalchreuthDas ist für jede Gaststätte eine besondere Herausforderung. Das Baby möchte Breichen, dessen großer Bruder einen Kloß mit Soß, aber bitte ohne jegliches Grünzeug, denn das ist ja giftig, wenn man vier Jahre alt ist. Die Gattin möchte etwas ohne Fleisch (oder jedenfalls ohne Schwein), womit der fränkische Gastronom an sich auch oft ein Problem hat. Und ich selbst bin zwar mit allem klassisch-fränkischen zufrieden – wenn es denn wirklich gut ist.

Aber der Reihe nach.

Unser Testbesuch begann für mich schon ein paar Stunden vorher mit einer Zitterpartie. Das Wetter war, wie gesagt, schön, außerdem war Wochenende, und die Bude in Kalchreuth dementsprechend voll. Der nette Herr am Telefon wollte meine Reservierung deshalb lieber in den – übrigens wirklich schönen – Biergarten umbiegen, was ich verstehen kann. Angesichts unserer zwei kleinen Kinder war mir das aber zu unsicher, und so insistierte ich auf einem Platz im Innenraum. Das wurde mir schließlich bestätigt mit einem „Des griengmer scho hie!“. Jeder Franke wird an dieser Stelle stutzen und mit der unserer Volksgruppe eigenen Mischung aus Pessi- und Fatalismus denken „naa, des kriengmer nadührli NEDD hie!“.

Umso positiver war ich überrascht, als wir bei unserem pünktlichen Erscheinen im Gastraum nicht nur eine sehr freundliche Bedienung vorfanden, sondern auch tatsächlich eine Tisch, der dann sogar zu groß für uns war. Zu allem Überfluß hatte man uns in einer Art Separée mit nur einem weiteren Tisch platziert. Großes Ungemach durch das unvermeidliche Kindergeplärr war also nicht zu befürchten.

Weiter ging´s mit einem Blick in die Karte. Zunächst war ich enttäuscht, weil die nicht dem entsprach, was ich vorher im Internet gesehen hatte. Insbesondere die Auswahl für die Gattin war kleiner als Gedacht, so richtig ohne Fleisch und Meeresfrüchte gab es nur ein einziges Gericht. Das finde ich – nicht nur aus persönlichen Gründen – immer etwas schade. Im vorliegenden Fall kann ich es aber verstehen. Denn mit einem vollen Restaurant, einem vollen Biergarten und parallel noch einigen Konfirmationen hat die Küche wahrlich anderes zu tun, als sich mit einer großen Karte zu verkünsteln. Also beschränkte man sich lieber auf eine durchaus umfassende Auswahl an Klassikern vom Schnitzel über den Schweinebraten bis zum Schäufele.

Die Gattin wählte also die „Panzerotti“, eine Art Ravioli, die mit Bärlauch gefüllt und durchaus lecker waren. Ich selbst bestellte mir einen – wie sich herausstellte – wirklich toll abgeschmeckten Spargelsalat, gefolgt vom „Kümmel-Krustenbraten“. Genau gesagt war das ein gebratener Schweinebauch, dessen Schwarte zum Schluß wohl unter dem Salamander aufgeknuspert worden war. Dieser Vorgang ist schwierig, und er gelang der Küche leider nur zu 80 Prozent. Aber das würde ich auch wieder dem supervollen Restaurant zuschreiben und nicht etwa fehlender Kompetenz. Der Kloß jedenfalls war ebenso groß wie prima, und die Sauce offensichtlich selbstgemacht und zum Niederknien lecker.

Insgesamt ist also der Gasthof roter Ochse Kalchreuth für mich eine klare Empfehlung. Besonders positiv vermerken möchte ich noch die wirklich freundliche Bedienung und die große Auswahl an verschiedenen alkoholfreien Bieren. Gerade, wenn man (wie wohl die meisten Gäste) aus Nürnberg-City anreist, ist das eine wirklich gute Sache, wenn man „danach“ noch fahren muß.

 

1 Kommentar

  1. Im roten Ochsen waren wir früher oft , schon vor 30 und auch schon vor 40 Jahren. Ich bin in Kalchreuth aufgewachsen. Der Ochse ist ein Urgestein der Kalchreuther Gastronomie, und durch alle Zeiten immer zuverlässig in der Qualität geblieben. Schön dass du auch mal da warst!

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