Restaurant Culina Nürnberg

Restaurant Culina Nürnberg

Das Restaurant Culina Nürnberg ist gar nicht so weit von meinem Wohnort. Trotzdem war es lange nicht (mehr) auf meiner kulinarischen Landkarte: Ich war einmal dort Essen und fand das Essen angesichts der doch ziemlich hohen Preise nicht wirklich gut genug. Nun aber wurde mir das Restaurant Culina Nürnberg von einem Bekannten empfohlen, der wirklich Ahnung hat. Deswegen bin ich zur Mittagszeit nochmal hingegangen.

Das Restaurant Culina Nürnberg ist kein „typischer“ Italiener. Spaghetti Bolognese sucht man dort ebenso vergeblich wie Pizza oder Tiramisu. Das finde ich schon mal gut. Denn diese Sachen bekommt man schließlich überall.

Restaurant Culina NürnbergStattdessen wird im Restaurant Culina Nürnberg die sardische Küche zelebriert. Auf der Karte stehen Zutaten und Gerichte, die ich wirklich noch nie gesehen bzw. gegessen habe. Das ist schon mal interessant. Ich entschied mich nach kurzer Beratung durch die freundliche und kompetente Bedienung für einen Schweinebauch mit „Tricotta“ (ein nochmals gekochter Ricotta) und Brunnenkresse. Zum Nudelgang wählte ich „Fregua“. Das sind spezielle, winzige sardische Nudeln mit Sepia, Fenchel und Tomaten.

Sardische Küche im Restaurant Culina Nürnberg

Die Vorspeise kam nach einer kleinen Wartezeit, die ich nicht so ganz verstanden habe. Es war ja lediglich etwas Brunnenkresse, ein paar Scheiben gegarter Schweinebauch, der Tricotta und einige Tomatenschnitze auf einen Teller zu setzen, mit Olivenöl zu begießen und zu würzen. Das sollte eigentlich nicht sehr lange dauern… na ja. Der Schweinebauch selbst war jedenfalls richtig lecker, die Brunnenkresse von bester Qualität. Die Tomaten waren jedoch leider nicht sehr geschmackvoll und auch wenig gewürzt, dafür aber direkt aus dem Kühlschrank, also sehr kalt im Mund. Der Tricotta war bröselig und im Geschmack eher neutral, sodass ich ohne Probleme darauf hätte verzichten können.

Restaurant Culina NürnbergDer Preis von über 10 Euro für eine solche Vorspeise ist hoch. Sicherlich kostet sehr gutes Schweinefleisch (wie es hier verwendet wurde) deutlich mehr als die „normale“ Variante aus dem Großhandel. Aber insgesamt befindet sich die Culina damit schon am oberen Ende der Preisskala. Bei einem solchen Preis muß, das sage ich ja immer wieder, eigentlich alles stimmen. Das war hier leider nicht der Fall.

Nun folgte eine deutlich längere Wartezeit, die ich auch wieder nicht so richtig verstand: Im Lokal waren außer mir nur drei Tische besetzt. Die Küchencrew bestand aus drei Mitarbeitern inklusive dem Chef selbst. Da sollte es eigentlich möglich sein, ein Nudelgericht innerhalb von 15 Minuten zu servieren. Jedenfalls sollte es in einem leeren Lokal nicht mehr als doppelt so lange dauern. Na ja. Was ich dann auf dem Teller hatte, waren wirklich tolle Nudeln, schön al dente gegart. Die wunderbar schlonzige Sauce (offenbar auf der Basis eines Fischfonds) enthielt im Wesentlichen weich geschmorten Fenchel, ebensolchen Tintenfisch und schön viel Chili. Auch hier griff ich zur glücklicherweise mitgelieferten Salzmühle. Insgesamt aber war ich mit dem Gericht sehr zufrieden.

Licht und Schatten im Restaurant Culina Nürnberg

Mein Fazit also: Im Restaurant Culina gibt es Licht und Schatten. Das Licht freut mich. Den Schatten finde ich sehr schade. Denn man merkt, dass die Küche ambitioniert ist und wirklich originell kochen möchte. Es fehlt aus meiner Sicht vielleicht ein bißchen an der Organisation. Das wundert mich zwar, denn das Restaurant Culina Nürnberg gibt es ja schon lange. Aber eine andere Erklärung für die langen Wartezeiten habe ich nicht. Wenn man das, was auf der Karte steht, in perfekter Qualität an den Tisch bringen könnte, dann fände ich die Preise in Ordnung.

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