Butter Chicken ist wahrscheinlich eines der bekanntesten indischen Gerichte überhaupt. Ich kann echt gut verstehen, warum das so ist: Zartes Hähnchen, eine cremige Tomaten-Butter-Sauce, warme Gewürze, ein bißchen Süße, ein bißchen Säure, dazu Reis oder Naan – das ist schon ziemlich genau die Sorte Essen, bei der man sich fragt, warum man das eigentlich nicht viel öfter selber macht.
Ich gebe allerdings zu: Butter Chicken ist kein Gericht, das in zehn Minuten auf dem Tisch steht. Aber ich habe einen Trick, der mir hier das Leben extrem erleichtert: Da die Sauce immer separat zubereitet wird, mache ich immer eine ziemlich große Menge davon. Den Überschuss friere ich in Portionen ein – so ist das “Butter Chicken” dann viel einfacher, weil ich nur noch das Hühnchen marinieren und grillen muß. Aber der Reihe nach.
Das Hähnchen wird zunächst in Joghurt, Zitrone, Knoblauch, Ingwer und Gewürzen mariniert. Das ist aber keine unnötige Spielerei, sondern einer der entscheidenden Schritte. Der Joghurt macht das Fleisch zarter, die Gewürze ziehen ein, und wenn das marinierte Hähnchen später scharf gegrillt oder in einer sehr heißen Pfanne angebraten wird, bekommt es diese leicht angerösteten, fast rauchigen Stellen, die dem Gericht Tiefe geben.
Die Sauce ist bei diesem Butter Chicken ebenfalls mehr als nur Tomate und Sahne. Zwiebel, Gewürze, Cashewkerne und Tomaten werden zusammen gekocht und anschließend fein püriert. Dadurch bekommt die Sauce eine wunderbar seidige Konsistenz, ohne dass man sie stundenlang einkochen muß. Die Cashews sorgen für Körper, die Butter für Rundheit, die Sahne für Cremigkeit – und am Ende macht eine kleine Menge Kasoori Methi, also getrocknete Bockshornkleeblätter, den Unterschied zwischen „leckerem Curry“ und „schmeckt wie im guten indischen Restaurant“.
Was ich an diesem Rezept besonders mag: Es wirkt aufwendiger, als es tatsächlich ist. Die Marinierzeit erledigt der Kühlschrank, die Sauce kann man gut vorbereiten, und Reste schmecken am nächsten Tag fast noch besser. Gerade wenn Gäste kommen, ist Butter Chicken daher ein sehr dankbares Gericht. Man serviert einfach Basmatireis und vielleicht noch etwas Naan dazu, stellt Koriander und Kasoori Methi auf den Tisch – und ziemlich sicher wird niemand traurig sein.
Zutaten
8 Hähnchenoberkeulenfilets ohne Knochen und Haut, in Streifen geschnitten. Man kann auch 1 kg Hühnerbrust verwenden. Hähnchenbrust wird aber leider sehr schnell trocken, daher ist Keulenfleisch hier besser geeignet.
Gedämpfter Basmatireis zum Servieren
Naan-Brot zum Servieren
Kasoori Methi zum Garnieren
Frische Korianderblätter zum Garnieren
Für die Marinade
1 daumengroßes Stück frischer Ingwer, fein gerieben
6 Knoblauchzehen, fein gerieben
1 TL gemahlene Kurkuma
1½ TL gemahlener Kreuzkümmel
1½ TL gemahlener Koriander
1 TL Garam Masala
1 TL Kashmiri-Chilipulver
1 TL Meersalz
Saft von 1 Zitrone
120 ml griechischer Joghurt
2-3 Eßlöffel indisches Senf-Öl, optional (Asienladen oder hier bei Amazon).
Für die Sauce
2 EL Pflanzenöl
100 g Butter
1 rote Zwiebel, fein gewürfelt (ersatzweise eine ganz normale Zwiebel
4 grüne Kardamomkapseln
2 getrocknete Lorbeerblätter
3 ganze Gewürznelken
½ TL gemahlene Kurkuma
1½ TL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL Garam Masala
1 TL Kashmiri-Chilipulver (sehr mild; falls ihr das nicht bekommt, durch eine Prise “normales” Chili ersetzen)
1½ TL gemahlener Koriander
Meersalz nach Geschmack
60 g ungesalzene, rohe Cashewkerne
250 ml Wasser
400 g gehackte Tomaten aus der Dose oder 6 reife frische Tomaten
100 ml Sahne
1–2 EL feiner Zucker, nach Geschmack
Arbeitsschritte
Ingwer und Knoblauch miteinander vermischen. Die Hälfte davon für die Sauce beiseitestellen. Die andere Hälfte in eine große Schüssel geben und mit Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, Garam Masala, Kashmiri-Chilipulver und Salz verrühren. Zitronensaft und Joghurt hinzufügen und alles zu einer Marinade verrühren.
Das Hähnchenfleisch in die Marinade geben und gründlich vermischen, am besten mit den Händen. Die Schüssel abdecken und das Fleisch mindestens 2 Stunden, besser aber über Nacht, im Kühlschrank marinieren lassen.
Für die Sauce die Hälfte der Butter zusammen mit dem Erdnussöl in einem schweren Topf bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Die gewürfelte Zwiebel und die beiseitegestellte Knoblauch-Ingwer-Mischung dazugeben und etwa 2 Minuten anschwitzen, bis die Zwiebel weich zu werden beginnt.
Kardamom, Nelken und Lorbeerblätter in den Topf geben und kurz in der Butter ziehen lassen. Dann Kurkuma, Kreuzkümmel, Garam Masala, Kashmiri-Chilipulver und gemahlenen Koriander hinzufügen. Mit Salz würzen und alles etwa 5 Minuten unter regelmäßigem Rühren anrösten.
Die Cashewkerne einrühren und kurz mitrösten lassen. Dann mit dem Wasser ablöschen und den Bratensatz vom Topfboden lösen. Die gehackten Tomaten hinzufügen, alles aufkochen lassen und anschließend bei niedriger bis mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Falls die Sauce zu trocken wird, etwas Wasser zugeben.
Nach etwa 10 Minuten Kochzeit der Sauce mit dem Hähnchen beginnen. Einen Grill, Backofengrill oder eine Grillpfanne sehr heiß vorheizen. Das marinierte Hähnchen portionsweise 5–6 Minuten grillen oder scharf anbraten, bis es auf beiden Seiten schöne Röststellen bekommt.
Nach 20 Minuten Kochzeit die ganzen Gewürze – also Kardamomkapseln, Nelken und Lorbeerblätter – aus der Sauce entfernen. Die Sauce in einen Mixer geben und sehr fein pürieren, bis sie glatt und cremig ist. Wer einen weniger starken Mixer verwendet, kann die Sauce zusätzlich durch ein feines Sieb streichen.
Die pürierte Sauce zurück in den Topf geben und bei niedriger Hitze erwärmen. Die restliche Butter und die Sahne einrühren. Mit Zucker und gegebenenfalls noch etwas Salz abschmecken.
Das gegrillte Hähnchen in die Sauce geben und alles einige Minuten sanft ziehen lassen, bis das Fleisch heiß ist und sich gut mit der Sauce verbunden hat.
Das Butter Chicken mit gedämpftem Basmatireis und/oder Naan servieren. Zum Schluß mit frischem Koriander und etwas Kasoori Methi bestreuen.











